Untersuchungen nach Schwangerschaftswoche

Welche Untersuchungsmethode bei Ihnen eingesetzt wird, richtet sich nach Ihrer Schwangerschaftswoche (SSW) bzw. nach einer eventuellen speziellen Fragestellung (z.B. auffälliger Ultraschallbefund, Alter der Mutter).

Weiterführende pränataldiagnostische Untersuchungen werden bei uns von zwei spezialisierten Ärzten (Dr. med. Michael Dumschat und Dr. med. Ralf Menkhaus, beide DEGUM Stufe II) mit modernster Ultraschalltechnologie (GE Voluson E10 expert) durchgeführt.

1. Schwangerschaftsdrittel

Ultraschall-Untersuchung 12.-14. Schwangerschaftswoche, Frühscreening

Diese Ultraschall-Untersuchung wird meistens durch die Bauchdecke durchgeführt. Der Embryo ist zwischen 45 und 84 mm groß. Bei dieser Untersuchung ist erstmalig eine Organdarstellung möglich. Die werdenden Eltern sehen den Nachwuchs stark vergrößert und sind meistens überrascht, welche Details schon dargestellt werden können, zumal die Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt von außen noch kaum sichtbar ist.

In dieser Untersuchung können schon über 60% aller möglichen Fehlbildungen erkannt werden. Bei unauffälligem Untersuchungsergebnis ergibt sich jetzt schon eine große Sicherheit für den weiteren Schwangerschaftsverlauf.

Die Untersuchung beinhaltet auch die Messung der so genannten Nackenfalte (Wasseransammlung im Nacken des Feten) und anderer fetaler Strukturen (Nasenbein, Gesichtswinkel, fetale Blutflüsse). Hier kann das individuelle Risiko für das Vorliegen eines Down-Syndroms (Trisomie 21) erheblich besser eingeschätzt werden. Zur weiteren Präzisierung der Risikoberechnung werden noch zwei Marker (PAPP-A und freies HCG) aus dem mütterlichen Blut bestimmt.

Die Untersuchung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse.

PraenaTest

Bei diesem Test kann das Risiko für eine Trisomie 21 des Ungeborenen durch eine Blutentnahme bei der Schwangeren ab der 11.SSW ermittelt werden.

Der Test hat eine Genauigkeit von ca. 99%; ein auffälliger Befund muss durch eine Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese bestätigt werden.

Was die Risikoermittlung hinsichtlich einer Trisomie 21 angeht, ist dieser Test besser als die Nackenfaltenuntersuchung. Es können aber auf diese Weise weder Fehlbildungen, noch andere Chromosomenstörungen erkannt werden. Der Test ist zudem mit 429 € recht teuer und wird von den Kassen bisher nicht erstattet.

Weitere Diagnostik

Bei manchen Schwangerschaften ist es sinnvoll, den Feten im Hinblick auf eine Chromosomenstörung zu untersuchen. Dieses wird in der Regel bei im Rahmen der Nackenfaltenuntersuchung festgestellten Auffälligkeiten oder bei bekannten familiären Chromosomenstörungen empfohlen. Die Untersuchung kann auch auf Wunsch der Eltern erfolgen, wenn eine Chromosomenstörung definitiv ausgeschlossen werden soll. Die Schwangere muss für den Eingriff nicht nüchtern sein; am Eingriffs- und Folgetag sollte sich die werdende Mutter schonen. Es gibt, abhängig von der Schwangerschaftswoche, zwei Arten fetales Gewebe zu untersuchen: Die Mutterkuchenpunktion (Chorionzottenbiopsie) und die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese).

Chorionzottenbiopsie ab 12. Schwangerschaftswoche

Bei dieser Untersuchung wird aus dem Mutterkuchen (Plazenta) unter Ultraschallkontrolle mittels einer Nadel Gewebe entnommen. Je nach Lage der Plazenta kann der Eingriff vom Bauch oder von der Scheide aus erfolgen. Aus dem Gewebe kann eine Chromosomenanalyse durchgeführt werden.

Nach ca. 36 Stunden liegen durch einen Schnelltest Ergebnisse hinsichtlich der häufigsten Chromosomenstörungen vor (Trisomie 13, 18, 21 sowie geschlechtschromosomale Störungen). Trisomie bedeutet das Vorliegen eines zusätzlichen Chromosoms. Diese Situation führt nach der Geburt zu geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen bzw. zu einer eingeschränkten Überlebenswahrscheinlichkeit.

Bis zum endgültigen Testergebnis dauert es ungefähr 2 Wochen.

2. Schwangerschaftsdrittel

Fruchtwasseruntersuchung ab 15. Schwangerschaftswoche

Unter Ultraschallkontrolle wird durch die Bauchdecke mit einer dünnen Nadel Fruchtwasser (15-20 ml) entnommen. Die Schmerzhaftigkeit der Untersuchung ist mit einer Blutentnahme vergleichbar.

Das Fruchtwasser wird schnell nachgebildet. Nach ca. 36 Stunden gibt ein Schnelltest Aufschluss über die häufigsten Chromosomenstörungen (Trisomie 13, 18, 21 und geschlechtschromosomale Störungen).

Eine vollständige Analyse dauert ca. 14 Tage. Manchmal kann es im Rahmen einer Infektionsdiagnostik (z. B. Zytomegalie, Toxoplasmose) sinnvoll sein, eine Fruchtwasserdiagnostik durchzuführen.

Organultraschall / Feindiagnostik 20.-23. Schwangerschaftswoche

Ihr Kind ist nun ca. 25 cm groß. Die Feindiagnostik beinhaltet eine detaillierte Darstellung aller wichtigen Organe, wie z. B. Gehirn, Herz, Verdauungstrakt, Urogenitalsystem und Skelettapparat.

Bei unauffälligem Untersuchungsbefund gibt diese Untersuchung große Sicherheit hinsichtlich der weiteren gesunden Entwicklung des Kindes. Bei Auffälligkeiten kann eine besondere Geburtsplanung (z. B. mit Kinderherzspezialisten bei festgestellten Herzfehlern) erfolgen.

Spezielle Fragestellungen

Ferner können spezielle Fragestellungen bei Verdacht auf Infektionen oder Chromosomenstörungen abgeklärt werden. Unter Einbeziehung der Dopplersonografie werden Risiken für eine sich entwickelnde Mutterkuchenschwäche oder eine Schwangerschaftsvergiftung erkannt oder (bei unauffälligem Befund) reduziert.

Der 3D Ultraschall wird medizinisch für besondere Fragestellungen bei der Organdiagnostik oder zur weiteren Abklärung von Fehlbildungen eingesetzt. Die eigentliche Organdiagnostik wird immer mit einem hochauflösenden 2D Ultraschall durchgeführt.

3. Schwangerschaftsdrittel

Dopplersonografie 28. – 32. Schwangerschaftswoche

Ihr Kind ist nun 35-40 cm groß. Durch die Farbdopplersonografie der kindlichen Blutflüsse kann die Versorgung des Feten beurteilt werden.

Bei Durchblutungsstörungen und einer festgestellten Mutterkuchenschwäche (Plazentainsuffizienz) kann abgeschätzt werden, ob eine intensive Überwachung und ggf. eine vorzeitige Entbindung erforderlich ist.

4D Ultraschall ab 27. Schwangerschaftswoche

Der 4D Ultraschall liefert schöne Bildsequenzen des Ungeborenen im Rahmen des sogenannten Baby-Fernsehens, idealerweise ab der 28. SSW.

Mittels einer DVD-Aufnahme können Sie Ihr Baby auch zu Hause auf dem Fernseher/PC betrachten. Die Bildqualität ist abhängig von der Dicke der Bauchdecke sowie von der Lage des Feten.