Was Sie selbst tun können

Unabhängig von gynäkologischen oder urologischen Befunden sollte jedes Paar mit Kinderwunsch auch seinen Lebenswandel überprüfen. Übergewicht, ungesunde Ernährung sowie übermäßiger Alkohol-, Kaffee- oder Nikotingenuss sind keine guten Voraussetzungen für das Eintreten einer Schwangerschaft. Auch Stress oder die Belastung durch schädigende Stoffe in der Umwelt (z. B. im Beruf) können dem Kinderwunsch entgegenwirken

Stoppen Sie das Rauchen!

Rauchen verursacht bekanntermaßen viele schwere Krankheiten. Es wirkt sich jedoch auch negativ auf die Fertilität von Frauen und Männern aus! Im Vergleich zu Nichtraucherinnen brauchen Raucherinnen sehr viel länger, um schwanger zu werden. In der Schwangerschaft selbst tragen sie ein deutlich höheres Risiko für Fehlgeburten und krankhafte Entwicklungen beim Fetus. Bei Männern wirkt sich das Rauchen vor allem negativ auf die Spermienbeweglichkeit aus. Versuchen Sie deshalb unbedingt, mit dem Rauchen aufzuhören! Sollte Ihnen das nicht aus eigener Kraft gelingen, empfehlen wir Ihnen, Rücksprache mit Ihrem Arzt zu nehmen. Auch verschiedene Selbsthilfeorganisationen bieten Unterstützung an.

Ernähren Sie sich gesund und reduzieren Sie gegebenenfalls Ihr Übergewicht!

Sowohl Übergewicht als auch das (deutlich seltenere) Untergewicht wirken sich negativ auf die Chancen für den Eintritt einer Schwangerschaft aus. Zyklusstörungen oder sogar das Ausbleiben des Eisprungs können die Folgen ungünstigen Körpergewichtes sein.

Als Maßstab gilt der sogenannte Body-Mass-Index. Er wird folgendermaßen errechnet:

BMI = Körpergewicht in KG / (Körpergröße in m)²

Für Frauen gilt ein Bodymassindex zwischen 19 und 24 als ideal. Bei einem BMI über 25 sollten Sie unbedingt abnehmen. Bei einem BMI unter 18 haben Sie Untergewicht. Auch diesem sollte unbedingt entgegengewirkt werden.

Bei Männern geht man von einem optimalen Bodymassindex zwischen 20 und 25 aus. Werte darüber bzw. darunter bedürfen ebenfalls dringend einer Gegensteuerung.

Essen Sie vor allem viel Gemüse und Obst und trinken Sie nicht zu viel Alkohol.

Wenn Sie Ihr Ernährungsproblem nicht allein in den Griff bekommen, holen Sie sich fachkundigen Rat bei Ihrem Arzt oder bei Ernährungsberatungsstellen.

Bewegen Sie sich ausreichend und entspannen Sie sich!

Vier- bis fünfmal wöchentliche Bewegung für jeweils eine halbe bis eine Stunde ist schon ausreichend für das körperliche Wohlergehen. Sie werden feststellen, dass ausreichende Bewegung auch ein Ventil für negativen Stress ist.

Lassen Sie sich – auch im Sinne Ihrer Partnerschaft – nicht zu sehr vom Kinderwunschgedanken bestimmen, sondern versuchen Sie, ein gewisses Maß an Ausgeglichenheit zu erhalten.

Wenn psychische Probleme Sie zu sehr belasten, sprechen Sie uns an, damit wir Ihnen gegebenenfalls eine geeignete Therapie vermitteln können.

Nutzen Sie die Vorsorgemöglichkeiten bezüglich einer Chlamydieninfektion

Chlamydieninfektionen bleiben häufig unerkannt (silent infection), können im Extremfall aber zur Unfruchtbarkeit führen. Mittels einer Blutprobe oder eines Abstriches können Chlamydien nachgewiesen und gegebenenfalls behandelt werden.

Lassen Sie uns testen, wie lange Ihre „fruchtbare Phase“ noch dauert

Mit einem speziellen Testverfahren können wir feststellen, ob Ihre Fruchtbarkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate abnimmt oder gleich bleiben wird. Bestimmte Hormone verändern sich nämlich, wenn eine Unfruchtbarkeit naht. Zum Test benötigen wir nur eine Blutprobe. Wenn Sie den Test einmal im Jahr durchführen, erhöht sich die Chance, dass Sie den richtigen Zeitpunkt für das erste Kind nicht verpassen.

Denken Sie vor einer eventuellen fruchtbarkeitsschädigenden Behandlung an später

Auch wenn es in einer solchen Situation schwer fällt: Vor dem Beginn einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten Sie möglichst auch daran denken, dass Sie später vielleicht noch einmal Kinder haben möchten. Durch die Kryokonservierung beispielsweise von Spermien oder Ovargewebe können Sie Ihre Chancen auf ein eigenes Kind nach einer fertilitätsschädigenden Behandlung verbessern. Sprechen Sie uns gerne zu diesem Thema an!

Nähere Informationen erhalten Sie auch unter www.fertiprotekt.de

Dr. Dumschat ist Mitglied bei
Aktion Kinderwunsch e.V.
Falterstrasse 34 in 04329 Leipzig